Freitag, 15. September 2017

Rezension zu "Vintage" von Grègoire Hervier



Preis: € 20,99
Einband: Hardcover
Seitenzahl: 400 Seiten
Verlag: diogenes Verlag
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5 Sterne

Inhalt

Thomas Dupret, 25, ist passionierter Musiker und ein Fan von Vintage-Gitarren, die er in dem Laden, wo er bisweilen aushilft, liebevoll restauriert. Daneben verdient er sich noch etwas Geldmit Konzertbesprechungen. So geht sein Leben seinen Ganz bis zu dem großen Tag, als sein Chef ihn mit einer Edelgitarre zu einem schottischen Landhaus entsendet: Ein mysteriöser Lord bietetihm dort den Deal - und die Story - seines Lebens an: Gegen eine fürstliche Belohnung soll er nach der teuersten aller Kultgitarren suchen, der "Gibson Moderne". Eine Patentzeichnung gab es, doch wurden im Jahr ihrer Erfindung auch Exememplare gebaut? Und wer hat, wenn es sie gibt, diese Raritäten in seinem Besitz? "Vintage" ist eine faszinierende Mischung aus Fakten und Fiktion. Ein Roadmovie über das größte Rätsel der Rockgeschichte.

Eindruck

Gregoire Hervier hat mit Vintage einen Roman geschaffen, in dem mit jeder Faser des Körpers die Faszination, Leidenschaft, Emotion, Genialität sowie die Liebe zur Musik und zu Vintage-Gitarren zu spüren ist. Die Liebe zum Detail und die Leichtigkeit mit der Fachwissen zu einem Krimi durch die Musikszene gezaubert wurde, hat mich wie in einem Strudel durch die Zeiten des Blues gezogen. Die Mischung aus Fakten und Fiktion ist wahnsinnig gut gelungen. Skurile erfundene und legendäre reale Personen reichen sich die Klinke in die Hand und haben mich mehrfach nach den Tatsachen und Umständen recherchieren lassen. Man war also mittendrin in der Geschichte, statt nur dabei.
Mit Thomas hat Hervier eine Hauptperson geschaffen, die von Beginn an meine Sympathien hatte und mit dem ich sofort auf seine abenteuerliche Reise gegangen bin, und mit ihm alles was sich auf der Suche nach einem der hartnäckigsten Mythen der Musikgeschichte ergeben hat, erlebt habe. Und auch die weiteren Charaktere wie z.B. Lord Winsley - dem Betrug und der Gier verfallen - oder Bruce, gefangen in Sex, Drugs and Rock'n Roll - haben ihren Teil dazu beigetragen aus diesem Buch ein absolutes Erlebnis zu machen. 
"Vintage" kann man gar keinem Genre zuschreiben. Eigentlich ist es ein Sachbuch über die legendäre "Gibson Moderne" im Speziellen sowie Bauarten, Klängen und Eigenarten von Gitarren im Allgemeinen, das durch den Hype und die Sagen um diese Gitarre zum Krimi und durch den Protagonisten Thomas mit ganz viel Emotionen, Charme und Witz zum Roman wird. 

Fazit

Mythos oder nicht - wer weiß das schon? Letztlich könnte nur die Erbauer und potentielle Besitzer etwas darüber sagen, aber die schweigen beharrlich und werden schon wissen warum! Es ist meiner Meinung nach auch nicht wichtig und sollte auch nicht wirklich aufgeklärt werden. Denn so oder so ähnlich, wie von Hervier recherchiert und zurecht gesponnen, könnte es gewesen sein. Eine sehr geniale Geschichte für alle Musiker, Musikbegeisterten, alle die es werden wollen oder diejenigen, die einfach ein wenig Blues in ihre Herzen lassen können. Absolute Leseempfehlung!

Donnerstag, 14. September 2017

Rezension zu "Die Wölfe kommen" von Jèrèmy Fel


Preis: € 16,90
Einband: Broschiert
Seitenzahl: 400 Seiten 
Verlag: dtv Verlag 
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2  Sterne

Inhalt

Auf einer Farm inmitten der wogenden Weizenfelder von Kansas nimmt alles seinen Anfang. Zwölf Menschen werden in diesem grandios konstruierten Episodenroman Teil der Meute desBösen, mal selbst Raubtier, mal verfolgt von weitaus gefährlicheren Wölfen. Kapitel für Kapitel führt Jèrèmy Fel den Leser unausweichlich hinein in ein beängstigendes Labyrinth der menschlichen Niedertracht, das von den USA bis nach Europa reicht. Das Böse hat viele Gesichter. Es fasziniert, verführt, infiziert - und bleibt unberechenbar.

Eindruck

Der Schreibstil von Fel ist flüssig, leicht verständlich und mit Sicherheit auch spannend. Allerdings konnte er mich mit seinem Debüt nicht fesseln, was daran lag, dass die Geschichte für mich nicht homogen war, sondern aus vielen kleinen Einzelepisoden bestand, in denen die 12 Protagonisten vorgestellt werden und tiefe Einblicke in ihre Leben offenbaren. Diese Kurzgeschichten allerdings haben meinen Lesefluss extem gestört, war ich gerade mit einer Person vertraut und habe mich in sie hineingefunden, zack - da kam schon die nächste. Für mich ist "Die Wölfe kommen" weder ein Thriller noch ein Roman, da mir einfach der leitenden rote Faden fehlte. Für mich stellt es sich als eine Aneinanderreihung von Abartig-und Grausamkeiten, die alles in allem am Ende irgendwie zusammen laufen mögen.
Definitiv drüber war für mich die Verbindung zwischen Homosexualität und daraus resultierenden Verbrechen, sowie die Pauschalthese, das ein Verbrechergen existiert.

Fazit

Ich konnte nicht abbrechen, weil ich ständig gedacht habe, dass es mich noch fesseln würde ABER weiterlesen wollte ich eigentlich auch nicht. So gar nicht mein Buch.

Mittwoch, 6. September 2017

Rezension zu "Heimkehren" von Yaa Gyasi


Preis: € 22,00
Einband: Hardcover
Seitenzahl: 416 Seiten
Verlag: dumont Buchverlag
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5 Sterne

Inhalt

Die Geschichte setzt mit Effia und Esi ein. Schwestern, deren Lebenwege von Anfang an getrennt verlaufen. Es ist Effias Stamm, die Fante, der Hand in Hand mit den Briten das Geschäft der Versklavung Tausender betreibt. Über Jahrhunderte profitieren Effias Nachkommen davon oder verzweifeln daran, so wie ihr Enkel James. Dessen Urenkel wiederum, der kluge Yaw, muss erkennen, dass man in diesem gnadenlosen Spiel als Schwarzer nur verlieren kann, weil am Ende stets die Weißen profitieren. 

Eindruck

"Was habe ich dir über den Tod gesagt?, fragte die alte Dame streng. Ihre Stimme klang jetzt kräftiger als zu Beginn des Gesprächs. Marjorie zog an der Schnur. Die alte Dame behauptete, dass nur der Körper sterbe. Der Geist wandere." Seite 378

Gerade mit Blick auf die momentanen Strömungen, finde ich es wichtig, dass möglichst viele dieser Geister wandern, nicht nur um nach Hause zu finden, sondern um sich in Erinnerung rufen. Wir dürfen nicht vergessen und müssen stetig daran arbeiten, diese Zeiten nie wieder aufleben zu lassen. Die Arroganz, Ignoranz und Intoleranz gegenüber anderen Nationen, Religionen und Hautfarben muss weiter bekämpft werden, doch wenn ich mir ansehe, welches Gedankengut aktuell wieder aufkeimt, kann ich nur angstgeladen, wenig hoffnungsvoll und verständnislos den Kopf schütteln. Die Annahme einer sei besser, mehr Wert und hätte eine größeres Anrecht auf dieser Welt zu leben, muss raus aus den Köpfen. Doch ich befürchte es wird auch in den nächsten Jahrzehnten nicht gelingen, da die Einfältigkeit der Menschheit hartnäckig besteht.
Yaa Gyasi hat einen eindrucksvollen, bild- und sprachgewaltigen Roman zu Papier gebracht. Eine Familienchronik der Traurigkeit, jedoch nicht mit erhobenen Finger sondern mit feinfühliger Sprache - die natürlich so manches Mal einen scharfen Unterton hatte - und gewaltigen Bildern. Der Fokus liegt hier nicht auf Einzelschicksalen und reißerischen Szenen, sondern auf der Last einer ganzen Familie über sieben Generationen hinweg. Die Suche nach Heimat, Identität, Authentizität und Freiheit hat mir so manches Mal die Sprache verschlagen und mich zu Tränen gerührt. Besonders schockiert hat mich hier auch die Tatsache, dass die eigenen Landsleute an einem so wiederlichen Geschäft mitgewirkt haben. Das es weder eine britische noch armerkanischeGlanzleistung an Empathie und Menschlichkeit war, war mir ja bekannt. Aber aus den eigenenReihen verraten und verkauft worden zu sein - ekelhaft, verachtend, vernichtend. 
Mit "Heimkehren" könnte ein weiteres Epos um die Sklaverei entstanden sein, das als Klassiker so manche große und kleine Bibliothek bereichert. Hoffentlich wird von dieser Autorin nochmehr kommen, was mich richtig begeistern würde.

Fazit

Tolles Buch um ein grausames Stück Zeitgeschichte, dass sich NIE mehr wiederholen darf. Es rüttelt einmal mehr auf und macht bewußt, in welcher gefährlichen politischenr Situation wir uns aktuell wieder befinden. Ein Mahnmal !

Rezension zu "Wintermorde" von Astrid Korten


Preis: € 9,90
Einband: Taschenbuch
Seitenzahl: 228 Seiten
Verlag: Amreko Verlag
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4 Sterne


Inhalt

Verlegerin Alma, erdrückt von Beruf, Familie und dem Desinteresse ihres Mannes, sucht nach radikaler Veränderung. Sie will ihren Mann loswerden. Alma sucht nach Gleichgesinnten und findet sie in einem Chatroom. Vier Frauen, ein gemeinsamer Nenner: Wut. Doch dann geschieht ein heimtückischer Mord, der wie ein Albtraum auf Almas Brust lastet, in dem ihr Winterherz mit neuer Herzklappe schlägt. Als sie begreift, dass sie die Hauptfigur in einem perfiden Rachespiel ist, ist es zu spät.

Eindruck

Wenn Frauen sich ausschließlich über ihre Männer und Ehe identifizieren, von denen sie dann betrogen werden und in denen sie frustriert sind, weil Langeweile und stereotypische Abläufe dasLeben bestimmen, bekommen sie dumme Fantasien. Wenn sich dann noch vier solcher Frauen, die sich nichteinmal kennen treffen und zusammenrotten, werden diese Fantasien noch dümmere Ideen, die in die Tat umgesetzt werden und außer Kontrolle geratene Frauen zu Racheengeln. Und wenn weiterhin eine dieser vier Frauen ein absolut berechnendes, asoziales und egozentrisches Individuum ist - ja dann werden alle anderen zum Werkzeug in einem ganz perfiden, miesen Rachefeldzug.
"Wintermorde" ist ein spannender Psychothriller über das Thema Seitensprünge und was es in Frauen hervorruft. Wie immer toll recherchiert und genial umgesetzt, durch einen sich langsam aber kontinuierlich aufbauenden Spannungsbogen und mit einer absolut nicht vorhersehbaren Wendung zum Showdown.
Allerdings fehlte mir in diesem Thriller der Bezug zu den Protagonisten. Mit keiner von Ihnen bin ich bis zum Schluss wirklich warm geworden. Diesem Buch hätte 30 bis 50 Seiten mehr gutgetran, um die Distanz zu den Damen zu überwinden. Trotzdem ein weiteres "Korten-Schätzchen" in meiner Sammlung, zu der hoffentlich noch einige dazukommen werden.


Fazit

Typisch Astrid Korten - sie spannt die Nerven ihrer Leser wie Drahtseile und kurz bevor diese reißen kommt die Lockerung in Form einer nie geahnten Auflösung. Erwartet das Uner-wartete und ihr bekommt Spannung pur, wer noch nicht dem Korten-Fan-Club beigetreten ist - einsteigen liebe Leute, die Fahrt lohnt sich. 

Dienstag, 29. August 2017

Rezension zu "Wolf Road" von Beth Lewis


Preis: € 22,00
Einband: Hardcover
Seitenzahl: 384 Seiten
Verlag: Arctis Verlag
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5 Sterne

Inhalt

In einer verwüsteten Welt hat Elka beinahe alles, was man zum Überleben braucht, von einem Mann gelernt, den sie nur Trapper nennt. Ein einsamer Jäger, der sie bei sich aufgenommen hat, als Elka noch ein Kind war. Jahrelang hat er vor ihr verbergen können, dass er ein Killer ist und wie sein tatsächlicher Name lautet: Kreagar Hallet. Und jetzt, da Elka erwachsen ist und die Wahrheit kennt, könnte sie sein nächstes Opfer sein. Sie flieht nach Norden, um ihre richtigen Eltern zu finden. Aber an ihre Fersen heften sich Hallet und die Gesetzeshüterin Lyon, die noch eine persönliche Rechnung offen hat. Es kommt zu einer Verfolgungsjagd

Eindruck

Der Mensch ist des Menschen schlimmster Feind !

Als erstes vorweg geschickt, es handelt sich um keinen reinen Thriller mit mega Spannungsfaktor, sondern ist eine Mischung aus Thriller, Dystopie und Drama um ein gesellschaftliches Tabuthema, dass bei weitem nicht für die Nerven von Jedermann geeignet ist. Wer einen nervösen und sensiblen Magen hat, sollte die Finger von "Wolf Road" lassen und sich nicht komplett an den Klappentext hängen.

Die Idee und Umsetzung der Geschichte hat mich fasziniert. Bis zum Schluss ist nicht klar, wo die Reise eigentlich hingeht. Gar nicht aufgeklärt wird, um was für eine "Apokalypse" es sich handelt und wann sie sich eigentlich ereignet hat. Es könnte jederzeit zwischen Ende 1800 und jetzt stattgefunden haben oder sich in der Zukunft ereignen, klar ist nur, dass es sich um einen Bombenangriff gehandelt hat, beim dem chemische Kampfstoffe eingesetzt wurden, die Teile der Natur vergiftet haben. Ebenso ist lange Zeit nicht klar, in welchem Land man sich befindet. Dieses Verwirr- und Ratespiel hat mich persönlich richtig abgeholt, weil ich nicht nur das gesamte Buch über immer wieder am nachdenken war, sondern das Ganze nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen hat.

Das Tabuthema, welches die Autorin aufgegriffen hat, macht deutlich wie die kindliche und jugendliche Psyche verdängt, wie Selbstschutz funktioniert um in Stadien der Abhängikeit von Erwachsenen keinen sichtbaren Schaden zu nehmen. Die Dynamik die sich im Laufe des Erwachsen werdens zwischen der Protagonistin und ihrem Ziehvater entwickelt ist höchst interessant. Allerdings muss man sich auf die Erzählweise aus der Egoperspektive einlassen können um den Bezug zu finden. Wenn man sich in die Protagonistin hinein finden konnte, hat man eine intensive, sehr interessante psychologische Studie bekommen. Die handelnden Personen allgemein konnten mich für sich einnehmen. 

Fazit

Ein weiteres faszinierendes Buch aus dem Arctis Verlag, was mich begeistert und schockiert, angezogen und abgeschreckt hat. Ich kann es an alle weiterempfehlen, die sich nicht scheuen, sich mit Tabuthemen auseinander zu setzen. Mich hat es zum nachdenken angeregt und wird mich lange Zeit nicht loslassen und mit Sicherheit nicht nur einmal gelesen im Schrank versauern und schon gar nicht wieder das Haus verlassen.

Montag, 14. August 2017

Rezension zu "Köstliches Israel"


Preis: € 16,95
Einband: Hardcover
Seitenzahl: 144 Seiten
Verlag: SMC Verlag
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4 Sterne

Inhalt

54 klassische Rezepte aus Israel geben Einblick in die jüdische Küche und holen ein Stück orientalische Kultur auf heimische Teller. Alle diese Rezepte sind typisch für bestimmte jüdische Feiertage. Sie wurden in der Praxis erprobt und dank Schritt-für-Schritt-Fotos ist das Nachkochen überhaupt kein Problem. Atmosphärische Bilder und Einblicke in Fest- und Feiertage runden die kulinarische Reise ab.

Eindruck

"Köstliches Israel" - ein schön gemachtes Kochbuch, nicht nur mit Rezepten für jeden Anlass sondern auch mit tollen Erklärungen zu Traditionen und Festen, unterlegt mit Bibelsprüchen. Seitlich eines jeden Rezeptes sind Symbole angebracht, die auf den ersten Blick verdeutlichen, für wieviele Personen gekocht wird, welche Zubereitungszeit ich einplanen muss und um welchen Schwierigkeitsgrad es sich handelt. Einzelne Arbeitsschritte und das fertige Endprodukt sind klar und appetitlich dargestellt.
Jedoch muss ich sagen, das einige Angaben zu Zutaten doch irre führend und unklar sind, sowie das eine oder andere Rezept so wie es geschrieben steht nicht stimmt. Im Prinzip sind es einfach nach zu kochende leckere Rezepte, aber man benötigt schon eine gute Portion Erfahrung und Gefühl auf das man sich verlassen muss.

Fazit

Ein schönes, interessantes und etwas anders gestaltetes Kochbuch, nicht ohne Schwächen - dennoch zu empfehlen, wenn man ein Mindestmaß an Improvisationstalent in der Küche besitzt.

Mittwoch, 9. August 2017

Rezension zu "Die Grenzen der Wahrheit" von Elizabeth Camden


Preis: € 14,95
Einband: Paperback
Seitenzahl: 309 Seiten
Verlag: francke Verlag
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4 Sterne


Inhalt

Washington 1897: Anna O’Brien ist Bibliothekarin in der berühmten Library of Congress und führt ein eher vorhersehbares Leben. Doch dann stolpert sie über eine Karte, die auf Fehler in einem alten Bericht hinweist. Vor Jahren soll ein Schiff angeblich während eines Wirbelsturms gesunken sein, doch das neue Material stellt das eindeutig in Frage. Anna beantragt die Korrektur des Berichts – und plötzlich werden ihr an allen Ecken und Enden Steine in den Weg gelegt. Sogar mit Entlassung droht man ihr. In ihrer Verzweiflung wendet Anna sich an den Kongress- abgeordneten Luke Callahan und bittet ihn um Hilfe. Denn sie kann den alten 
Fall nicht einfach ruhen lassen: Ihr Vater kam bei diesem Schiffsunglück ums Leben. Doch ist die Wahrheit es wert, alle ihre Träume für die Zukunft aufs Spiel zu setzen … und die von Luke gleich mit?

Eindruck

Elizabeth Camden hat hier ein politische Scharmützel, dass als Schiffskatastrophe getarnt wurde sehr gut recherchiert und einen Roman drum herum gesponnen, der mich mit viel Charme, Esprit und Humor von der ersten Seite an mitgerissen hat. Um des Friedens willen - der in diesem Fall nur aufgeschoben wurde - wurden Menschen verraten und vergessen, die ihrem Land bedingslos vertraut und ihm gedient haben. Und im Fall von Anna - eine der Hauptfiguren dieses Romans - wurde das Leben durch diese politische Entscheidung in eine brutale Richtung gelenkt und das Urvertrauen erschüttert.

Die Beziehung zwischen Anna und Luke - beide aus ihrer Kindheit traumatisiert - ist sehr einfühlsam und greifbar geschildet. Macht sie doch deutlich, dass, wenn wir in unseren Grundpfeilern erschüttert werden, es uns nur schwer möglich ist, jemals wieder Vertrauen zu fassen. 
Die Problematik bzw. die Fähigkeit des Verzeihens und Vertrauens ist in diesem Roman sehr gut bearbeitet worden.
Auch die gezeichneten Charaktere sind Elizabeth Camden wahnsinnig gut gelungen. Mit Anna war ich sofort in ihrer Welt und fühlte mich bei ihr zu Hause. Luke hat mir eine Achterbahn der Gefühle beschert, um mich am Schluss aber vollständig von sich einzunehmen.

Mit ihren Ortsbeschreibungen hat die Autorin es geschafft, dass ich auf meiner Liste für Orte die ich auf jeden Fall einmal besuchen möchte, die Congress Bibliothek Washington ganz nach oben gerückt ist. Und natürlich - so es umsetzbar ist - zum National Book Festival. Für Träume ist es ja bekanntlich nie zu spät.

Fazit

Eine wahre Begebenheit, mit geistreichen und humorvollen Dialogen unterlegt und einer Liebe gespickt, deren Grundvoraussetzung schwierig war, aber durch gewonnenes Vertrauen zu einem guten Ende führte. Sehr schön zu lesen!