Sonntag, 28. Mai 2017

Rezension zu "Palast aus Staub und Sand" von Haroon Gordon

Preis: € 12,90
Einband: Taschenbuch
Seitenzahl: 312 Seiten 
Verlag: hockebooksVerlagsinformation/Bildquelle
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5 Sterne

Inhalt

Eines Abends ist er einfach da. Baptiste, der scheue, junge Mann von dem niemand in der verschlafenen Ortschaft in der Provence weiß, woher er gekommen ist. Und er scheint dort sein Glück zu finden, bis Jahrzehnte später seine verschwiegene Vergangenheit aufersteht. Mit aller Macht ziehen ihn die Erlebnise vergangener Tage wieder in ihren Bann, und mit ihnen die Erinnerungen an Abda, das längst vergessene Frauengefängnis in der algerischen Wüste, in dem
eine ungwöhnliche, tiefe Freundschaft, aber auch sein dunkelstes Geheimnis begraben liegen. Eines, das in einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit immer weiter an die Oberfläche drängt...

Eindruck

"Palast aus Staub und Sand" - eine Geschichte um Familie, Freundschaft, großen Emotionen und lange gehegte Geheimnisse. 
Haroon Gordon jongliert in diesem Roman mit Worten und schafft so eine sprach- und bildgewaltige Atmosphäre um ein und in einem Frauengefängnis in der algerischen Wüste. Dieses bildet den einen Erzählstrang in dem es um das Leben zweier Jungen geht, die in Welten aufwachsen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der eine privilegiert und mit allen Möglichkeiten der Entfaltung - wäre da nicht ein kleiner Wehrmutstropfen, nämlich das Frauengefängnis
von Abda. Der andere Sohn einer Meuchlerin, intelligent, aufgeschlossen und der beste Freund - wäre da nicht ein großer Wehrmutstropfen, nämlich das Frauengefängnis von Abda. Die beiden scheinen gesellschaftlich Lichtjahre voneinander entfernt und umkreisen sich in inniger Freundschaft wie Sateliten - und es umgibt sie eine Lüge, die für beide alles hätte verändern können, wenn die Wahrheit, so unangenehm sie für manch einen gewesen wäre, ans Licht gekommen wäre.

Der zweite Strang handelt von der jungen Ella, traumatisiert durch ihre Kindheit und vor sich selbst und dem Rest der Welt nach Afrika geflüchtet. 

Durch eine intelligente, emotionale und intensive Geschichte hat Haroon Gordon beide Stränge geschickt und spannend miteinander verwoben und zu einem sehr gelungenen Ende zusammengeführt.
 
Nähe und Geborgenheit nehmen und geben wollen, Traumata und Enttäuschungen erkennen und verarbeiten können, für andere einstehen ohne an die Folgen zu denken und Empathie zu empfinden, dass alles wird hier sehr tiefgründig behandelt. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, real und greifbar dargestellt, jeder auf seine ganz eigene Art mit allen Höhen und Tiefen. Keiner der Protagonisten wirkt überzeichnet oder übermenschlich dargestellt. 

Fazit

Ein starkes, sehr intensives Debüt über menschliche Verhaltensweisen und familiäre Dramen, was zum nachdenken anregt und lange nachhallt. Nach diesem Erstlingswerk sollte man sich Haroon Gordon merken und "Palast aus Staub und Sand" als einen gut gehüteten Schatz in der Bibliothek stehen und gelesen haben.
Für mich ein Buch zum "die Nacht durch" bei gutem heißem Tee über Empathie, Toleranz und Liebe im Allgemeinen zu philosophieren

Freitag, 26. Mai 2017

"Die zwei Leben der Florence Grace" von Tracy Rees


Preis: € 12,99
Einband: Paperback
Seitenzahl: 480 Seiten
Verlag: Ullstein Buch Verlage
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4 Sterne

Inhalt

Kurz vor dem Tod ihrer geliebten Großmutter erfährt Florrie, wer sie wirklich ist. Sie gehört einer reichen, berüchtigten Londoner Familie an. Fortan lebt Florrie bei den Graces. In der großen Stadt wird aus dem wilden Mädchen die junge Florence Grace. Der elegante Lebensstil beeindruckt sie, doch zuhause fühlt sie sich hier nicht. Nur ihr Cousin Turlington scheint sich ernsthaft für sie zu interessieren. Aber Turlington ist nicht der, der er zu sein scheint. Was ist sein Geheimnis?

Eindruck

Cornwall oder London ?

Ein Vergleich, der nichts und niemandem Stand halten kann. Zu unterschiedlich sind doch die Persönlichkeiten, zu tief die Kluft des Verständnisses füreinander. Denn Cornwall ist hart und rau. Und so urgewaltig, unberechenbar und schwer wie die Landschaft ist das Leben der Menschen dort. Harte Arbeit und Entbehrungen sind das tägliche Brot und doch sind ist man dort glücklich, denn jeder einzelne ist sich seiner selbst bewußt, lebt im Einklang mit der Natur und entnimmt ihr nur was zum leben benötigt und mit eigener Hände Arbeit erwirtschaftet wird. Nachbarschaft und Freundschaft sind zwei der höchsten Güter. 

In London hingegen herrscht Oberflächlichkeit und Arroganz. Der Wert eines Menschen wird doch ausschließlich an seiner Schönheit und seinem Reichtum gemessen. Verstaubte Konventionen, die
Dressur junger Mädchen um sie in eine bestimmtes Kosett zu pressen, damit sie den Anforderungen genügen und möglichst prunkvoll verheiratet werden zu können, lässt ihnen keine persönlichen Entfaltungsmöglichkeit.

"Die zwei Leben der Florence Grace" ist ein poetische, melancholische atemberaubende Reise von Cornwall nach Cornwall. Eine Geschichte die das Herz wärmt, wenn Tracy Rees Cornwall und 
deren Bewohner beschreibt. Die zu Tränen rührt wenn man mit Florrie auf die ungewisse Reise in ein unbekanntes Leben und so ganz anderes Leben geht und einem selbst das Herz schwer werden
lässt, in dem Moment, da ihre Träume platzen nachdem sie alles riskiert hat. Und man atmet auf und lebt neu auf, als sie erkennt wohin ihr Herz gehört. Zwar hat London ihr eine völlig andere und schillernde Welt gezeigt, doch Cornwall hat die Wurzeln genährt und am Leben erhalten

Die Charaktere sind lebendig, greifbar und real zum Leben erwacht. Sehr eindringlich dargestellt, wie die Damen der feinen Gesellschaft nur auf Geld und Ansehen bedacht sind und dann in sich zusammen sinken, wenn der Status Quo sich ändert. Es ist erschütternd wie sich in einer Krise - die von einem Familienmitglied selbst, aus Rache für die Geldgier, bewußt herbeigeführt wurde - die Gesellschaft abwendet anstatt die Ärmel hochzukrempeln und zu unterstützen. Und es ist ebenso erschütternd, das es diejenigen sind, die aus einer miesen Situation das Beste machen und für die einstehen, die sie jahrelang ebenso mies behandelt haben. 

Charakter ist eben keine Frage des Geldes sondern der Erziehung und der Werte, die wir vermittelt bekommen. Sind die entsprechend, können wir auch schwierigsten Situationen trotzen und das Beste daraus machen.
 
Fazit

Ein wunderschönes Buch voll Poesie, Melancholie und Lebensfreude. Heimat ist dort, wo das Herz ist und Familie sind die, die dieses Herz berühren. Unabhängig von Ansehen, Geld oder Geburt.
Wer beides für sich noch nicht gefunden hat, sollte die Geschichte von Florence Grace lesen und aufmerksam in sich selbst hineinhören, dann wird man Heimat und Familie finden. 

Dienstag, 23. Mai 2017

N e u e A u s l o s u n g

Da sich Elke Sonne leider nicht bei mir gemeldet hat - was ich sehr schade finde, habe ich

"Noble Gesellschaft"

neu gezogen. Die Gewinnerin ist:

Melanie Zimmermann

Herzlichen Glückwunsch. Bitte teile mir bis morgen, Donnerstag, 25.05.17 - 23:59 Uhr per Mail Deine Adresse mit, damit sich das Buch auf die Reise in sein neues zuhause machen kann.

silkejagusch@web.de

Liebe Grüße Silke

Sonntag, 21. Mai 2017

A U S L O S U N G

Die Glücksfee war fleissig. Und da ich meinen Mann dazu missbraucht habe, hat das ganze auch gleich unter juristischer Aufsicht stattgefunden :-)

DIE GEWINNER SIND:

Claudia Stückner - Neongrüne Angst
Katja Brunnbauer - Nebelschrei
Elke Sonne - Noble Gesellschaft

Herzlichen Glückwunsch an Euch drei. Bitte teile mir per Mail Eure Adressen mit, damit die Schätzchen auf die Reise in ihr neues zuhause gehen können.
silkejagusch@web.de

Liebe Grüße
Silke

Freitag, 12. Mai 2017

V e r l o s u n g !



Hallo Ihr Lieben,

ich suche für einige meiner Bücher ein neues Zuhause. Zwei habe ich jeweils einmal sehr vorsichtig gelesen. Keine Leserillen, Knicke, Flecken oder ähnliches vorhanden. Ein Exemplar ist neu. Wer Interesse hat einem, zwei oder vielleicht sogar allen drei ein liebevolles Plätzchen in seinem Bücherregal frei zu räumen, hat hier die Chance.




1. "Nebelschrei" von Sam Baker

Klappentext
Nach außen ist Helen eine starke Frau. Keiner ahnt, dass ihr die Erinnerungen an die Hölle, die sie erlebt hat, täglich den Atem rauben. Und dass sie nur knapp dem Tod entkommen ist. Das verfallene Anwesen in einer abgelegenen Gegend in Nordengland scheint das perfekte Versteck zu sein. Doch die Dorfbewohner kommen Helen näher, als ihr lieb ist. Denn niemand darf wissen, wo sie ist - vor allem nicht der Mensch, dem sie am meisten vertaut hat.

2. "Neongrüne Angst" von Klaus-Peter Wolf

Klappentext
"Du hättest zur Brücke kommen sollen heute Nacht, Johanna. Dann wäre das alles nicht passiert. All diese unschuldigen Opfer - ein Jammer! Aber wir können es ja noch einmal versuchen... Johanna!"
Der mysteriöse Anrufer hatte Schlimmes angekündigt, falls Johanna seinen Forderungen nicht nachkäme. Da glaubte sie aber noch an einen dummen Scherz eines Klassenkameraden.

3. "Noble Gesellschaft" von Joan Weng - NEU

Klappentext
Berlin im Herbest 1925: In der noblen Gesellschaft ist ein Dienstmädchen verschwunden. Ein alter Bekannter erzählt Carl von Bäumer, Starschauspieler der UFA, bei einem Galadinner davon - und schon am nächsten Tag ist er tot. Handelt es sich wirklich um Selbstmord? Carl glaubt nicht daran und forscht nach den Hintergründen. Gemeinsam mit Kommissar Paul Genzer taucht er tief ein in Berlins Gesellschaft der zwanziger Jahre. Und plötzlich befinden sie sich in einem Verwirrspiel aus Rache, Diamantenschmuggel und jahrzehntealtem Hass.


Teilnahmebedingungen:

Hinterlasst einen Kommentar für welches Buch Ihr Euch bewerbt und einen Follower auf meinem Blog und schon seid Ihr im Lostopf. Wenn Ihr unter 18 Jahre alt seid, brauche ich nach Gewinnbenachrichtigung eine Einverständniserklärung Eurer Eltern.

Die Verlosung läuft bis Freitag, den 19.05.2017 um 23:59 Uhr. Am nächsten Tag wird die Losfee die glücklichen Gewinner ziehen und hier auf meinem Blog bekannt gegeben. Die Gewinner haben dann bis Dienstag, 23.05.2017 um 23:59 Uhr Zeit sich bei mir zu melden, danach wird neu ausgelost.

Viel Glück !.

Sonntag, 7. Mai 2017

Rezension zu "Sweetbitter" von Stephanie Danler


Preis: € 21,95
Einband: Hardcover
Seitenzahl: 416 Seiten
Verlag: aufbau Verlag
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1 Stern

Inhalt

Eigentlich wollte Tess nicht Kellnerin werden. Sie wollte ihrer provinziellen Herkunft entkommen, in die Großstadt eintauchen und endlich herausfinden, was aus ihr werden soll. Doch dann landet
sie in einem edlen New Yorker Restaurant, in dem ganz eigene Regeln und Gesetze herrschen. Ein Tempel des Genusses, in dem der falsche Wein im falschen Moment zum Verhängnis werden kann. Sweetbitter ist ein großer Roman über den Genuss und die Obsession - darüber, dass man manchmal besessen sein muss, um wirklich geniessen zu können.

Eindruck

"Sweetbitter wird eine Menge Leute hungrig machen." 
The New York Times

Mir hat es ehrlich gesagt eher den Appetit verdorben. Es ist eine Aneinanderreihung von oberflächlichen, belanglosen Gesprächen. Geführt von ziel-, orientierungs-, hoffnungs- und planlos dahin-gleitenden Personen, die sich ihren kümmerlichen Alltag durch Alkoholexzesse, ausschweifenden Drogenkonsum und emotions-losen Quickies auf Toiletten, in Kühlräumen oder auf Schreibtischen, versuchen schön zu reden. Und das ganze - als wäre es Normalität - während der Arbeitszeiten und nach Arbeitsende am Arbeitsplatz sowie weiter nach Feierabend. Warum keiner an seinem Leben etwas ändert wenn es doch so schrecklich ist, erschließt sich mir nicht.

"Sagen wir es so: Ich wurde geboren, als ich auf der anderen Seite der George Washington Bridge ankam..." 
Zitat Tess.

Wenn meine Geburt und Glückseligkeit darin besteht, dass ich mich in einem Restaurant mit Fruchtfliegen in der Bar und Kakerlaken in der Küche zum Junkie und Alkoholiker ausbilden lasse, mich an einen abgerissen, kaputten Typen hänge der mich demütigt und würgt und nach der ersten Nacht mit ihm wache ich mit Schürfwunden und blauben Flecken auf - Shades of Grey läßt grüßen -,dann wäre ich lieber nicht geboren worden. Und wenn ich mich dann auch noch für meinen Vorgesetzen über den Schreibtisch beuge um meine Beförderung zu bekommen - dann wäre ich lieber gestorben, weil ich mir selbst nicht mehr ins Gesicht sehen könnte.

"Wusstest Du, dass das Gedächtnis von Fischen nur vier Sekunden umfasst?"
Seite 235

Toller Satz aus diesem Buch, denn exakt solange wird es hoffentlich dauern, dass ich es aus meinem Gedächtnis gestrichen habe.
Eine Geschichte voll farbloser Charaktere, eine Protagonisten die ich einfach immer nur hätte schütteln können, damit sie die Augen aufmacht. Ein Schreibstil der für mich überhaupt keinen Fluss
hatte, da er aus abgehakten kurzen Absätzen, sinnlosen Gesprächsfetzen und einer Ausdrucksweise bestand, die zum Himmel schreit. Ich frage mich, ob es literarisch wertvoll ist, heute zum guten Ton gehört oder eine Art Wettstreit unter den Autoren ist, wer das Wort f..... am häufigsten oder in den meisten Varianten in seinem Buch unterbringt. Ich persönlich finde es abstoßend und ordne so einen Roman keinesfalls in der gehobenen Literatur ein.

Von den anfänglichen Beschreibungen der Lebensmittel, kulinarischen Ausflügen und Geschmacksexplosionen war sehr schnell nichts mehr vorhanden. Meiner Meinung nach suggeriert
der Klappentext ein völlig falsches Themengebiet und ich hatte mehr und mehr das Gefühl in einem anderen Buch zu stecken. Dabei fand ich das Cover so schön und die Inhaltsangabe hatte mir wirklich Lust auf diesen Roman gemacht.  

Fazit

Frust statt Genuss! In einem guten Restaurant essen zu gehen kann so sinnlich und leidenschaftlich sein, eine Atmosphäre schaffen die mich als Gast für kurze Zeit alles um mich heraum vergessen
lassen kann. Nach diesem Buch frage ich mich zukünftige hoffentlich nicht, ob mein Kellner besoffen und auf dem Kokstrip ist oder gerade von einem Quickie auf der Toilette kommt ohne sich die Hände gewaschen zu haben.  

Dienstag, 2. Mai 2017

Rezension zu "Hagerstown" von Edward Ashton

Preis: € 14,00
Einband: Taschenbuch
Seitenzahl: 352 Seiten
Verlag: Harper Collins Verlag
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4 Sterne

Inhalt

Anders Jensen ist einer der allerersten Veränderten. Jedoch war die Technilogie der Genmodifikation zu der Zeit so neu, dass das Ergebnis für ihn eher Fluch als Segen ist. Und so lebt Anders nun am
Rande der Gesellschaft, an deren Spitze er stehen sollte. Eine Gesellschft, in der nicht Herkunft und Hautfarbe, sondern alleine die genetischen Modifikationen Karrierechancen bestimmen. Eine
Gesellschaft, die so auf die Sicherheit ihrer Bürger bedacht ist, dass beunruhigende Nachrichten binnen Sekunden aus dem Netz gelöscht werden - noch während die Sicherheitsbehörden auf dem
Weg zum Urheber sind.

Und plötzlich kommt Anders in den Besitz von Geheimnissen, die diese Gesellschaft zu Fallbringen können.

Eindruck

Wenn Avatare gegeneinander den Aufstand proben, geht die Welt zugrunde!

Wer in "Hagerstown" einen - wie deklariert -  "normalen" Thriller erwartet ist hier falsch. Ich hatte anhand des Klappentextes etwas völlig anderes erwartet. Bekommen habe ich einen dystopischen Thriller, der, würden wir uns nicht im Jahr 2017 befinden, schon in die Science Fiction Richtung geht. Aber enttäuscht wurde ich auf keinen Fall.
Die Geschichte ist verwirrend, lässt auch einige Fragen offen, aber wer sich für Biotechnologie, Genmanipulation und Modifizierung von Menschen interessiert, ist hier genau richtig. Wer dann noch viel im Netz unterwegs ist kommt weiter auf seine Kosten.
Was als vermutete virale Epidemie mit Massensterben, die von der Regierung vertuscht wird, beginnt entpuppt sich als Aufstand der Avatare gegen - nach ihrer Meinung - weniger entwickelte Generierte.

Zukunftsmusik - ich denke die spielt schon sehr laut und das die Forschung für die meisten in diesem Buch geschilderten Dinge längst bereit ist. Vermutlich ist es nur noch eine Frage der Genehmigung durch Ethikkommissionen, Patentrechte und - wie immer an erster Front - des Geldes.

Der Schreibstil von Edward Ashton ist wahnsinnig schnell und sehr spannend, gepaart mit einer großen Portion Humor und einer guten Prise Rotzigkeit. Die Geschichte wird von 4 verschiedenen Personen in der Ich-Form erzählt, was eigentlich eine enge Bindung zu den Protagonisten entstehen lässt. Das ist hier aber ganz und gar nicht der Fall. Distanziert, unterkühlt und emotionsarm - das triftt es ziemlich genau. Allerdings ist wird nicht nur so erzählt, genau diese Gefühlslage transportieren die Charaktere untereinander. Es erscheint, als wenn durch die Manipulationen in den Genen und 
im Körper die Emotionen auf der Strecke bleiben. Das hat mich anfangs sehr irritiert und auch gestört, doch im Verlauf des Buches empfand ich es als durchaus vom Autor gewollt und hat mit dem gesamten Szenario genial zusammengepasst.

Einige wichtige Punkte bleiben ungeklärt, was zu leichter Unzufriedenheit führt. Ich bin mir allerdings nicht sicher - das habe ich nach Besprechung in der Leserunde überdacht -  ob die endgültige Aufklärung das Non plus Ultra gewesen wäre oder ob dieses "in der Luft hängen" vom Autor gewollt ist, um zum nachdenken und grübeln anzuregen. Da ich mir in diesem Punkt aber nicht sicher bin, muss ich leider auf ein Sternchen verzichten. Sonst wäre "Hagerstown" ein Hammerdebüt gewesen.

Fazit
Sehr, sehr tolles erstes Buch von Edward Ashton und hoffentlich nicht das Letzte. Er hat es auf jeden Fall geschafft, dass "Hagerstown" lange bei mir nachklingen wird. Wer sich in nicht ganz einfachen, 
verwirrenden Dystopien mit vielen Begriffen aus der Technologie, Technik und Genforschung wohl fühlt, der erhält hier eine klare Leseempfehlung.